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Rekordzahlen ja – aber nicht auf dem Rücken des Lokpersonals

 

Die SBB meldet Rekorde: so viele Reisende wie noch nie, sehr pünktlich, ein hoher Gewinn (zur Hälfte Einmaleffekte aus der Pensionskasse). Gleichzeitig heisst es: weiter sparen, noch effizienter werden. Wir vom LPV sagen klar: Diese Leistungen haben wir, das Flächenpersonal, erarbeitet. Mehr Druck ohne mehr Ressourcen gefährdet Sicherheit, Gesundheit und Motivation.

 

Was das für uns Lokführerinnen und Lokführer heisst – einfach erklärt

 

  • Mehr Fahrgäste und mehr Züge bedeuten mehr Dienste am Wochenende und in der Nacht, mehr Belastungen, mehr Druck auf das Privatleben.
  • Aggressionen gegen Mitarbeitende nehmen zu. Auch das Lokpersonal ist betroffen: beim Zugang zum Zug, beim Wenden, bei Störungen.
  • Ein Teil des «Gewinns» ist Buchgeld. Davon gibt es keinen Franken für Schuldenabbau, Rollmaterial oder Löhne. Daraus Sparprogramme am Personal abzuleiten, ist falsch.
  • Über 20 000 Baustellen und Totalsperren erhöhen die Komplexität: Umleitungen, enge Fahrzeiten, oft ohne echte Puffer.

 

Wofür wir als LPV einstehen

 

1. Mehr Personal im Führerstand und echte Reserven

  • Zusätzliche Lokführerinnen und Lokführer ausbilden und einstellen.
  • Ausreichend geplante Reserven, damit Ausfälle und Bauumleitungen abgefedert werden.
  • Verlässliche Personalbedarfsplanung bis 2030, damit Ausbildung, Streckenkunde und Fahrzeugkenntnisse gesichert sind.

 

2. Planbare Dienste, echte Erholung

  • Weniger kurzfristige Dienstplanänderungen; klare Regeln bei Umplanungen.
  • Strikte Einhaltung von Ruhezeiten und Pausen. Keine Planung am Limit.
  • Keine künstlichen Arbeitsunterbrechungen, welche nur zum Brechen monotoner Dienste dienen, dem Personal jedoch keinen Mehrwert bieten.

 

3. Realistische Fahrpläne und Sicherheit im Betrieb

  • Realistische Fahrzeiten mit Puffer, besonders bei Baustellen und an Grenzbahnhöfen.
  • Kein «Energiesparen» mit Stress
  • Passende Fahr- und Wendezeiten, ohne Druck.
  • Sichere Zugänge und Ablöseorte, sichere Wege zu Toiletten und Pausenräumen.

 

4. Führerstand und Infrastruktur: gesund und praxistauglich

  • Führerstände mit zuverlässiger Klimatisierung, wenig Lärm, ergonomischen Sitzen; defekte Anlagen werden prioritär behoben.
  • Ausreichende Pausen‑ und Sanitärmöglichkeiten
  • Genug Werkstattkapazität und Ersatzteile, damit wir nicht permanent mit «Notlösungen» unterwegs sind.

 

5. Schutz und Rechtssicherheit

  • Mehr Transportpolizei und Begleitung in Hotspots und (Rand-) Zeiten.
  • Klare Schutzkonzepte, voller Rechtsschutz und professionelle Nachbetreuung nach Vorfällen.
  • «Stop‑Work»-Recht: Wenn Sicherheit nicht gewährleistet ist, hat Sicherheit Vorrang – ohne Druck.

 

6. Digitalisierung mit Mass

  • Neue digitale Tools dürfen nicht zu versteckter Leistungskontrolle werden. Klare Regeln, was aufgezeichnet und wie es verwendet wird.
  • Technikfolgeabschätzung vor Einführung: Bedienbarkeit, Belastung, Fehlerfolgen.

 

7. Güterverkehr: Umbau ohne Abbau

  • Beschäftigung sichern bei SBB Cargo: keine betriebsbedingten Kündigungen, stattdessen Umschulung und interne Versetzungen.
  • Depotnetz und Streckenkunde erhalten, damit Produktion stabil bleibt und Wege nicht ausarten.

 

Unsere Erwartungen an SBB und Bund

  • Anerkennung und Wertschätzung dieser Punkte – mit Vorschlägen zu Massnahmen.
  • Investitionen in Rollmaterial, Energie und Digitalisierung müssen begleitet werden von Investitionen in Personal, Ausbildung und Arbeitsplätze.
  • Bonusziele an Sicherheit, Zufriedenheit und Ausbildung knüpfen – nicht an kurzfristige Sparziele.

 

 

Fazit:  Schweizweit: Rekorde – gleiche Herausforderungen

 

Nicht nur bei der SBB, sondern bei vielen Bahnen in der Schweiz werden aktuell Rekordzahlen gefahren: volle Züge, dichte Takte, neue Angebote. Die Belastung im Führerstand und im Betrieb steigt überall.

 

Wir verhandeln konstruktiv und lösungsorientiert. Gleichzeitig informieren wir unsere Mitglieder transparent und sind bereit, bei Bedarf betriebliche und politische Schritte zu gehen. Denn ohne uns Lokführerinnen und Lokführer fährt kein Zug. Unsere Arbeit verdient Respekt – zu Bedingungen, die sicher und fair sind.

 

Vom Lokpersonal – für das Lokpersonal! Mit der geballten Kraft des SEV!

Online-Café – 29. April 2026

 

Hast du  Lust auf einen gemütlichen, gewerkschaftlichen Austausch bei einer Tasse Kaffee — digital? Dann komm zu unserem Online‑Café am 29. April 2026!

 

  • Deutsch: 14:00–15:00 Uhr 
  • Französisch / Italienisch: 15:00–16:00 Uhr

 

Das Online‑Café bietet Raum für gewerkschaftliche Themen: bringt deine Anliegen, Erfahrungen, Anregungen und Fragen zur Arbeit, zu Interessenvertretung oder aktuellen Projekten und Themen mit. In lockerer, solidarischer Atmosphäre diskutieren wir gemeinsam und sammeln Ideen.

 

Melde dich einfach an und sei dabei. Deine Stimme zählt – gemeinsam gestalten wir mehr!

 

https://us02web.zoom.us/j/85267047104?pwd=iFW8ic616kafD5HpPhRtNcnIFcwdGi.1

Übergriff? So handelst du richtig – und wir sind an deiner Seite

 

Leider sind Übergriffe auch fürs Lokpersonal Realität – oft beim Remisieren oder in Wendebahnhöfen. Wichtig: Du entscheidest, ob es eine Aggression ist. Und klar: Nicht nur körperliche Angriffe – auch verbale Attacken wie Beschimpfungen und Drohungen sind Übergriffe. Wenn es sich für dich so anfühlt, handle sofort und melde es.

 

Sofort handeln

  • Sicherheit zuerst: Distanz schaffen, Hilfe holen.
  • Polizei/Transportpolizei alarmieren (oder alarmieren lassen). Dienstadresse genügt.
  • Arzt aufsuchen und Befunde sichern (falls nötig).
  • Arbeitgeber informieren und Beweise sichern: Ereignis kurz festhalten, Zeugenkontakte notieren, Video-/Kameradaten sichern lassen.

 

Recht – kurz erklärt

  • Verfolgung von Amtes wegen: Bei Übergriffen gegen Personal im Dienst ermittelt die Polizei auch ohne Privatklage (Art. 59 PBG), wenn das Unternehmen meldet – auch ohne sichtbare Verletzungen.
  • Unternehmensmeldung: Viele Betriebe haben ein Formular – unterschreiben, abgeben, dann läuft das Verfahren.
  • Deine Daten: Gib die Dienstadresse an; die Privatadresse bleibt beim Unternehmen.
  • Opferhilfe: Deine Rechte nach OHG, kostenlos. Adressen: opferhilfe-schweiz.ch
  • Schadenersatz/Genugtuung: Willst du Ansprüche stellen, im Polizeiprotokoll ankreuzen und rasch beziffern. Das läuft zivilrechtlich, nicht im Strafverfahren.

 

Dein Plus als LPV/SEV-Mitglied

  • Rechtsschutz: Begleitung bei Polizeibefragungen und vor Gericht, wenn nötig.
  • Koordination mit Opferhilfe; Interventionen beim Arbeitgeber und bei Behörden.
  • Anwalt/Anwältin bei komplexen Fällen (z. B. Schadenersatz).
  • Auch im Grenzverkehr unterstützt: Dank Abkommen mit Schwestergewerkschaften erhältst du Hilfe auch im Ausland.
  • Ist der Täter zahlungsunfähig, prüfen wir Ansprüche über die kantonale Opferhilfe nach Abschluss der Behandlung.

 

Merke: Für die Strafverfolgung genügt die Unternehmensmeldung – du musst keine Privatklage einreichen. Das Verfahren lässt sich danach nicht stoppen.

 

Brauchtst du Unterstützung?

 

  • SEV-Rechtsschutz: 031 357 57 57
  • sev-online.ch

 

Bleib nicht allein – wir stehen hinter dir.

Abstimmung BAR SBB Personenverkehr

 

In den nächsten Tagen erhalten alle Lokführer:innen, die im SBB Personenverkehr eingesetzt sind, die Wahlunterlagen. Falls du bei SBB Personenverkehr fährst und bis zum 08. Mai keine Unterlagen erhalten hast, melde dich bitte umgehend bei den Co‑Ressortleitenden des LPV SBB Personenverkehr, Marjan Klatt oder Christoph Erker, per E‑Mail an .

 

Die Wahlbroschüre kann auch jetzt schon eingesehen werden:

 

Vielen Dank für deine Mithilfe und deine Teilnahme!

Rückblick auf die Aktion am 1. April in Lausanne – ein voller Erfolg!

 

Unsere Aktion am 1. April in Lausanne war ein großer Erfolg: Zahlreiche Menschen kamen vorbei, um sich zu informieren und mit uns auszutauschen. Viele interessierten sich für die Abstimmung über die BAR, während andere mehr über unsere gewerkschaftlichen Aktivitäten und unser tägliches Engagement erfahren wollten.

 

Die gesellige Atmosphäre wurde durch die Möglichkeit verstärkt, Hotdogs zu probieren, sich zu erfrischen (Mineralwasser, Limonade und/oder Kaffee) und ein wenig Schokolade zu genießen – ein kleines Extra, das die Veranstaltung besonders herzlich machte.

 

Die Aktion wurde am 16. April 2026 in Lausanne Triage wiederholt.

 

Vielen Dank an alle für eure Teilnahme und eure Unterstützung. Haltet Ausschau nach den nächsten Aktionen und Treffen!

 

LPV Vaud & Bas-Valais

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