Newsletter August
Die Meteorologen hatten uns gewarnt: Ein Hitzesommer stand bevor, und je nach persönlichem Empfinden schien er entweder kürzer oder länger zu dauern. Doch nun dürfen wir uns voller Vorfreude auf den «Herbst» einstellen, was viele mit Erleichterung begrüssen. Vor den Sommerferien waren wir vielerorts intensiv gewerkschaftlich aktiv, und nach der Sommerpause starten wir wieder mit voller Energie durch. Unsere spannenden Projekte und Erfolge teilen wir natürlich mit euch über die LPV- oder SEV-Newsletter.
Gemeinsam blicken wir mit Enthusiasmus auf eine aufregende Zukunft für unsere Gewerkschaft! |
Zoom-Café 19. September 2025
Am 19. September 2025 steht Hanny Weissmüller, Zentralpräsidentin von 9.00 bis 11.00 Uhr für Fragen und Anliegen online zur Verfügung. Nütze diese Gelegenheit um direkt Antworten oder Auskunft zu erhalten sowie deine Anliegen offen einbringen zu können.
Wir freuen uns auf dein Erscheinen, ein Klick genügt! https://us02web.zoom.us/j/88586197255?pwd=blXnk76vvUcLNaKBD5wvl7rrOVwjlo.1 |
Unterschied Gewerkschaften / Personalkommission
Sehr oft werden wir mit der Frage konfrontiert: «Wo liegt der Unterschied zwischen der Arbeit der Gewerkschaftssekretäre und der Personalkommission?» Anbei eine kurze Erklärung der unterschiedlichen Rollen und Aufgaben von Gewerkschaftssekretären und der Personalkommission, damit ihr die Funktionen dieser beiden Gruppen besser verstehen könnt.
Gewerkschaftssekretäre: Eure Stimme in der Arbeitswelt Gewerkschaftssekretäre sind engagierte Vertreter unserer Gewerkschaft, die unermüdlich daran arbeiten, eure Interessen zu schützen und zu fördern. Sie führen Verhandlungen mit Arbeitgebern, um faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen. Zudem stehen sie euch mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen euch bei Konflikten oder rechtlichen Fragen. Auch die Organisation von Streiks und Versammlungen gehört zu ihren Aufgaben, um eure Anliegen kraftvoll zu vertreten.
Personalkommission: Eure Stimme im Unternehmen Die Personalkommission besteht aus gewählten Mitarbeitern, die die Interessen der Belegschaft innerhalb des Unternehmens vertreten. Sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Mitbestimmung, indem sie eng mit dem Management zusammenarbeitet, um bei wichtigen Entscheidungen mitzuwirken. Ob es um Arbeitszeiten, Bedingungen oder interne Regelungen geht – die Personalkommission ist stets bemüht, eure Anliegen zu kommunizieren und Lösungen zu finden.
Gemeinsam stark Während Gewerkschaftssekretäre auf übergeordneter Ebene agieren, konzentriert sich die Personalkommission auf interne Unternehmensangelegenheiten. Gemeinsam sorgen beide Gruppen dafür, dass eure Stimme gehört wird und eure Arbeitswelt stetig verbessert wird.
Die Gewerkschaft ist ebenfalls die Eskalationsstufe für die Personalkommission, falls diese mit ihren Anliegen bei der Unternehmung aneckt.
Wir danken euch für eure Unterstützung und euer Engagement. Zusammen setzen wir uns für eine gerechtere und bessere Arbeitswelt ein! |
Projekt «Einsatzkonzept ZF». Mehr Fragen als Antworten – SBB Personenverkehr
Mit Datum vom 31.07.25 erschien in den ZFR News eine zweite Info zum künftigen «Einsatzkonzept ZF / Zwischenstand und nächste Schritte». Im Rahmen der BP Info-Sitzung vom 10. Juni 2025 wurde das Projekt den Sozialpartnern in groben Zügen vorgestellt. Dabei wurde protokollarisch festgehalten, dass die Sozialpartner im Sommer über weitere Details zur Umsetzung informiert werden sowie die nun im ZFR News veröffentlichte Information an das Personal, den Sozialpartnern vorgängig zur Einsicht und Stellungnahme vorgelegt wird. Bis dato erfolgte keine dieser beiden vereinbarten Informationen an den LPV/SEV. Aber der Sommer dauert ja noch an… Der Artikel in den ZFR News über das Projekt hinterlässt einige Fragen. Fragen speziell zu angewandten Planungsphilosophien vergangener Jahre. Die den ZFR News zu entnehmenden Informationen basieren im Wesentlichen auf den Schlagwörtern «Stabilität des Fahrplans», «mehr Brechpunkte», «Entwicklungsperspektiven für das Lokpersonal». Sollten dies tatsächlich die Ziele dieses Projektes sein, und daraus auch noch Kosteneffizienz generiert werden, hat man sich in der Vergangenheit bei der Berechnung der Produktionskosten entweder massiv verrechnet oder das Lokpersonal wurde schlichtweg angelogen.
Genau diese drei aufgeführten Themen haben der LPV/SEV über die letzten Jahre hinweg immer wieder thematisiert. Bei jeder Gelegenheit wurde uns jedoch penetrant durch die Planung vorgerechnet, welche «horrenden Kosten» nur ein einziger Brechpunkt mehr, z.B. um überlange Touren zu entlasten oder zu Gunsten einer interessanteren Tourengestaltung, verursachen würde und wie weit ausserhalb jeglicher Konkurrenzfähigkeit die Produktionskosten damit zu liegen kämen. Dieselbe (Kosten-) Argumentation wurde uns aufgetischt, wenn es um Fragen von Rayonerweiterungen oder Tourenabtauschen benachbarter Depotstandorte gegangen ist. Da wurde uns Verantwortungslosigkeit im Zusammenhang mit Ausbildungskosten vorgeworfen. Und zu guter Letzt: Wenn wir Entlastungen zu Gunsten der Fahrplanstabilität vorgeschlagen haben hiess es: «Wir planen nicht für den Ausnahme-(Störungs-)fall».
Das nun im Projekt auch noch von Kosteneffizienz infolge der beschriebenen Massnahmen gesprochen wird, ist für den LPV/SEV, auf Grund der vorgenannten Erfahrungen definitiv nicht mehr nachvollziehbar.
All dies lässt für den LPV/SEV lediglich den Schluss zu, dass die in der Info erwähnten «Simulationen» unter Annahme von Parametern durchgeführt wurden, welche es heute so noch nicht gibt, den Sozialpartnern noch nicht vorgelegt wurden, und somit auch nicht verhandelt worden sind.
Zu hoffen man könne diese Parameter nun im Rahmen der laufenden BAR-Verhandlungen durchdrücken, könnte der nächste Rechenfehler sein. Die grösste «Kosteneffizienz» sieht der LPV in der sofortigen Sistierung des Projektes. |
Hoffnung auf eine vernünftige Planung
Einigen Wochen lang verkehrten häufiger Eurocity-Züge mit ETR 610-Material auf der Gotthardstrecke. Es handelt sich um Züge, die aufgrund von Sperrungen wegen Bauarbeiten auf der Simplonstrecke umgeleitet wurden. Fast zeitgleich wurde ETCS Level 2 zwischen Lugano und Capolago in Betrieb genommen, mit den vorhersehbaren Problemen bei der Inbetriebnahme, d. h. Zwangsbremsungen – Protokollen – Verspätungen, zu denen weitere mysteriöse Zwangsbremsungen der ETR-Züge auf dem restlichen Streckenabschnitt hinzukamen. Die Strecke zwischen Arth-Goldau und Zürich ist so stark ausgelastet, dass Züge ab einer bestimmten Verspätung über die Südbahn (Wohlen – Hendschiken) umgeleitet werden, was zu längeren Fahrzeiten führt. Diese seit Jahren bekannte Dynamik scheint der Personalplanung nicht zu interessieren, so dass Touren mit kurzen Pausen geplant werden, auch zu den klassischen Zeiten, die für die Einnahme der Hauptmahlzeiten geeignet sind. So dass das TCC-Personal Hechtsprünge machen muss und das Lokpersonal auf Mahlzeiten oder Pausen verzichten soll.
Die Gewerkschaft SEV hat erneut bei der Leitung interveniert, um zu bekräftigen, dass • Touren mit problematischen Zügen Zeiten benötigen, um Verspätungen aufzufangen, und daher entsprechend geplant werden müssen; • Der Lokführer ist ein Mensch mit einer großen Verantwortung: während des Dienstes darf eine Pause für eine Hauptmahlzeit nicht weniger als 45 Minuten betragen. • Stresssituationen erhöhen das Risiko von Fehlern und damit von Unfällen gefährlich.
Es bleibt zu hoffen, dass im Dezember, wenn dann die ETR systematisch häufiger auf dem Gotthard verkehren werden, die entsprechenden Touren vernünftig gestaltet sein werden. |
Besuch des AFAS Sounding Boards am 19.08.2025
Am 19. August 2025 hatten die Sozialpartner die Gelegenheit, das Aktive Fahrassistenzsystem (AFAS) bei einer Fahrt mit dem Flirt3-Zug der SOB zu beobachten. Dieser Besuch hat wertvolle Einblicke geliefert, die für uns als Lokpersonal von grosser Bedeutung sind. Das Projekt mag auf dem Papier vielversprechend wirken, doch die praktischen Erfahrungen zeigen einige Herausforderungen auf. Besonders hervorzuheben sind das unkomfortable Fahrverhalten des AFAS an bestimmten Streckenabschnitten sowie die verzögerte Reaktion des Systems bei übersprungenen Halten. Diese Aspekte bedürfen dringend einer Optimierung, um die Sicherheit und das Wohlbefinden zu gewährleisten.
Darüber hinaus haben wir während dieser Fahrt weitere kritische Punkte identifiziert, die wir der Projektleitung zur Kenntnis bringen werden. Positiv überrascht hat uns die Nachschulung, die von vielen Kollegen geschätzt wurde. Dennoch bleibt die Veränderung des Berufsbildes durch AFAS ein Thema, das wir weiterhin aufmerksam verfolgen müssen.
Es ist unerlässlich, dass wir als Gewerkschaft den Dialog mit der Projektorganisation kontinuierlich pflegen, um die Interessen unserer Mitglieder zu wahren und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erzielen. |
Jetzt anmelden: Einführung in das Arbeitszeitgesetz - SBB Nutze die Gelegenheit, dich umfassend über das Arbeitszeitgesetz (AZG) und die dazugehörige Verordnung (AZGV) sowie den GAV SBB und die BAR zu informieren. Diese zentralen Regelungen gestalten den Arbeits- und öV-Alltag entscheidend mit. Mit fundierten Kenntnissen dieser Bestimmungen kannst du nicht nur die Einhaltung in deinem Arbeitsalltag sicherstellen, sondern auch aktiv an der Dienstplangestaltung im Rahmen der betrieblichen Mitwirkung teilnehmen.
Kursleitung:
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Verpasse nicht diese Gelegenheit, deine Kompetenzen zu erweitern und melde dich am besten noch heute mit nur einem Klick an: https://sev-online.ch/de/kursanmeldung/?kursid=343356
Wir freuen uns darauf, dich im Kurs willkommen zu heissen! |
Teilzeitarbeit: Das Modell der Zukunft
Teilzeitarbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung und ist ein gefragtes Modell für alle Geschlechter. Doch das Arbeitszeitgesetz und dessen Verordnung bieten bisher keine spezifischen Regelungen für Teilzeitmodelle, was in der Praxis zu zahlreichen Fragen führt.
Nutze unsere Online-Fragestunden, um Klarheit zu schaffen! Ob du bereits Teilzeit arbeitest oder über eine Teilzeitanstellung nachdenkst – hier kannst du deine Fragen direkt stellen und Antworten von unseren Expertinnen erhalten.
Termine der Online-Sprechstunden: Für Mitarbeitende einer KTU:
Für Mitarbeitende der SBB:
Warum teilnehmen?
Diese Online-Sprechstunde wird vorerst nur auf deutsch angeboten. Falls du Interesse an einer Sprechstunde in französisch oder italienisch hast, so melde dich bei Hanny Weissmüller, Zentralpräsidentin LPV. Wir werden dann bei genügend interessierten Personen Kurse in diesen Sprachen anbieten. |