Newsletter März

Gemeinsam die Zukunft auf die Schiene setzen: LPV-SEV – unsere starke Stimme für das Lokpersonal

 

Die Eisenbahn verändert sich rasant: Digitalisierung in Führerständen, neue Sicherheits- und Interoperabilitätsstandards, grenzüberschreitender Verkehr und ein immer dichterer Fahrplan. Gleichzeitig werden die Fahrdienstrichtlinien von den EVU ausgearbeitet und direkt aus den europäischen TSI OPE (Betrieb) abgeleitet, die auf europäischer Ebene verhandelt werden. Genau hier entscheidet sich, wie wir in Zukunft arbeiten: sicher, fair und professionell – oder eben nicht. Und genau hier braucht es uns alle im LPV.

 

Warum? Weil auf europäischer Ebene die anerkannten Sozialpartner die Gewerkschaften sind – dort wird zugehört, dort werden Standards verhandelt. Berufsverbände haben keinen Sitz am Verhandlungstisch. Das schweizerische Lokpersonal wird in diesen Prozessen einzig und allein durch den LPV-SEV vertreten. Wir bringen die Perspektive aus dem Führerstand dorthin, wo Regeln entstehen, und sorgen dafür, dass Schweizer Realitäten – Topografie, Mehrsystembetrieb, Mehrsprachigkeit – berücksichtigt werden.

 

Was wir gemeinsam bewirken:

  • Einfluss, der zählt: Über unsere starke Vernetzung im In- und Ausland bringen wir Praxiswissen direkt in die Verhandlungen mit der EU und in nationale Umsetzungen ein. So verhindern wir praxisferne Vorgaben und setzen uns für realistisch machbare, sichere Lösungen ein.
  • Sicherheit an erster Stelle: Wir kämpfen für klare, konsistente Regeln, robuste Verfahren, wirksame Fatigue-Management-Konzepte und hochwertiges Training – weil Sicherheit kein Verhandlungsspielraum ist.
  • Faire Arbeitsbedingungen: wir verhandeln, damit Belastung begrenzt, Familien- und/oder Freizeit planbar und Leistung gerecht entlöhnt wird.
  • Schutz des Berufs und der Lizenzen: Vom Nachwuchs bis zum erfahrenen Lokpersonal – wir sichern hochwertige Ausbildung, stetige Weiterbildung und den Schutz von Qualifikationen auch in einem europäisch harmonisierten Umfeld.
  • Mitbestimmung in der Transformation: ETCS, ATO, neue DMI-Generationen, veränderte Prozesse – wir sorgen dafür, dass Technik den Menschen unterstützt und nicht ersetzt, und dass Veränderungen sozialverträglich gestaltet werden.
  • Eine Bahn mit Zukunft: Gute Arbeitsbedingungen sind die Grundlage für Qualität, Pünktlichkeit und Klimaschutz. Wer die Profis stärkt, stärkt die Schiene.

 

Es ist klar: Wir können erheblichen Einfluss nehmen – aber nur, wenn wir ihn bündeln. Unsere Stärke ist unsere Gemeinschaft. Je mehr wir sind, desto lauter unsere Stimme, desto wirksamer unser Einsatz für Sicherheit, Respekt und professionelle Standards.

 

Darum sind wir alle im LPV. Für die Zukunft unseres Berufs. Für die Menschen im Führerstand. Für eine Bahn, auf die sich die Schweiz verlassen kann.

Pensionierung – und weiterhin SEV-Mitglied bleiben?

 

Steht deine Pensionierung vor der Tür? Neben vielen Veränderungen stellt sich oft auch diese Frage: Soll ich der Gewerkschaft treu bleiben?

Gute Nachricht: Mit deiner Pensionierung wirst du automatisch in den Unterverband der Pensionierten (PV) übernommen. Wenn du das nicht sofort möchtest, kannst du vorerst im LPV bleiben und erst eintreten, wenn du dich bereit fühlst. Melde dich dafür bei deinem Sektionspräsidium. Der Mitgliedsbeitrag reduziert sich nach der aktiven Zeit auf die Hälfte.

 

Warum Mitglied bleiben, auch wenn du nicht mehr arbeitest?

 

Informiert und vernetzt bleiben

  • Zugriff auf die SEV-Zeitung und aktuelle Informationen 
  • Teilnahme an Sektionsversammlungen und Veranstaltungen 
  • Austausch und Kollegialität mit anderen Mitgliedern

 

Rechtsschutz und Unterstützung

  • Beratung und Unterstützung bei Pensionskassenansprüchen 
  • Hilfe bei AHV-, IV- und Ergänzungsleistungsfragen 
  • Unterstützung bei SUVA-Fällen und bei Fragen zur Krankenkasse 
  • Beratung zu Hilflosenentschädigung der AHV

 

Multirechtsschutz für den Alltag

  • Privatrechtsschutz 
  • Verkehrsrechtsschutz 
  • Mietrechtsschutz 
  • Anliegen nach dem Opferhilfegesetz

 

Finanzielle Hilfen und Unterstützung in Notlagen

  • Darlehens- und Notunterstützung

 

Wenn Angehörige betroffen sind:

Im Todesfall sind die Hinterbliebenen oft überfordert. Der SEV bietet in solchen Situationen wichtige Hilfe und Orientierung.

 

Deshalb: Ja, ich bleibe Mitglied – auch nach der Pensionierung!

 

Hast du Fragen? Wende dich gerne an unsere Zentralpräsidentin Hanny Weissmüller.

 

Wir unterstützen dich weiterhin – verlässlich und solidarisch.

Tour de Suisse Cargo – Komm vorbei!

 

Wir sind dieses Jahr wieder unterwegs — und du bist herzlich eingeladen, an einem der Standorte vorbeizuschauen. Triff LPV/SEV-Ansprechpersonen, tausche dich mit Kolleginnen und Kollegen aus oder hol dir Informationsmaterialien und persönliche Beratung.

 

Tour-Daten und Orte:

  • Lausanne Triage: 16. April 
  • Buchs: 5. Juni 
  • Bellinzona: 19. Juni 
  • RBL: 13. Juli & 17. September

 

Besonderer Hinweis:

  • Am 17. Juni findet in Muttenz ein Anlass der Sektion Basel statt — gemeinsam mit anderen Unterverbänden. Auch dort sind wir für dich da.

 

Komm vorbei – wir freuen uns auf den persönlichen Austausch!

 

Ob du Fragen zu Leistungen, zu geplanten Verhandlungen oder einfach Lust auf ein Gespräch hast: Nutze die Gelegenheit, uns vor Ort zu treffen.

 

Julius Erb, designierter Ressortleiter Cargo

Cargo-Tagung fürs Lokpersonal

 

Am 20. Mai 2026, findet im SEV-Zentralsekretariat in Bern eine ganztägige Tagung zum Thema «Güterverkehr» für Lokführer:innen statt. Die Veranstaltung richtet sich an Kolleg:innen, die NICHT bei SBB Cargo arbeiten.

 

Mittwoch, 20. Mai 2026, 9.30 Uhr – 16.30 Uhr

SEV-Zentralsekretariat, Steinerstrasse 35, Bern: GL-Saal

Themen:

  • TDD – Train Driver Directive (Richtlinie über Triebfahrzeugführer)
  • Analyse des Unfalls im Gotthard-Basistunnel
  • ETCS (European Train Control System)
  • ETF – Europäische Perspektive
  • DAK – Digitale automatische Kupplung
  • Schlussrunde: Unsere Forderungen zum Güterverkehr

 

Jedes Mitglied darf gerne Personen, die keine Gewerkschaftsmitglieder sind, mitbringen, damit diese unsere Aktivitäten kennenlernen können.

 

Hinweis: Die Tagung richtet sich nicht an die Kolleginnen und Kollegen von SBB Cargo.

 

Bitte reserviere dir den Termin bereits jetzt. Du wirst auch online teilnehmen dürfen. Eine detaillierte Einladung mit weiteren Informationen folgt zu gegebener Zeit. Melde dich hier an:

https://sev-online.ch/de/aktuell/tagung-gueterverkehr/

Rückblick GAV-Sitzung mit der SBB – „Der Schuh drückt zu wenig“?

 

Wir waren kürzlich bei der GAV-Besprechung mit der SBB vertreten. Kurz und klar: Die SBB zeigt sich in vielen wichtigen Punkten sehr zurückhaltend. Unter anderem hat uns die Aussage von Adi Bucher, HR-Chef bezüglich der Samstagszulage stutzig gemacht. Er meinte folgendes: „Der Schuh drückt zu wenig“ und dazu äusserte er die Einschätzung, dass Arbeiten überwiegend Montag–Freitag stattfinden. 

 

Unsere Kritik zur Aussage „Der Schuh drückt zu wenig“

Die Formulierung „der Schuh drückt zu wenig“ ist leichtfertig und gefährlich. Sie bagatellisiert reale Belastungen und verkennt die Vielfalt unserer Einsätze. Durchschnittswerte helfen nicht, wenn einzelne Personen oder Gruppen deutlich stärker belastet sind.

 

Diese Aussage zeigt zwei Probleme:

  1. Verkennung der Realität: Es wird mit generellen Aussagen argumentiert, statt mit konkreten Einsatzdaten und Betroffenheitsmustern.
  2. Bagatellisierung: Belastungen werden nur anerkannt, wenn sie eine von der Arbeitgeberseite definierte Schwelle überschreiten.

 

Was wir jetzt tun

  • Wir sammeln Daten: Bitte dokumentiert zusätzliche Einsätze an Samstagen, Anfragen der Einteilung. Nur mit Zahlen und Fällen können wir die Bagatellisierung widerlegen.
  • Keine Kompromisse bei fairer Entschädigung: Zulagen müssen angemessen sein; Geldleistungen dürfen nicht einfach durch schlechtere Arbeitszeitmodelle ersetzt werden.

 

Was ihr tun könnt

  • Meldet eure Einsätze an eure Sektionspräsidien, welche diese sammeln und wir an der nächsten Sektionspräsidentenkonferenz zusammenfassen werden.
  • Teilt diesen Newsletter mit Kolleginnen und Kollegen, die nicht im Verteiler sind.

 

Kurz zusammengefasst:

 

Die SBB hat uns an der letzten GAV-Sitzung das benötigte Zeichen dafür gegeben, dass sie gewillt sind, die Erhöhung wichtiger Zulagen mit uns zu verhandeln und Lösungen zu finden. Sie zeigt sich aber wie üblich sparsam — und versucht, berechtigte Forderungen kleinzureden. Unsere Antwort: Wir bringen konkrete Daten, Beispiele und klare, durchsetzbare Forderungen in die Verhandlungen. „Der Schuh drückt“ — nur müssen wir das jetzt gemeinsam belegen.

Vom Lokpersonal für das Lokpersonal - mit der geballten Kraft des SEV